„Seoul ist nicht nur dafür bekannt, koreanische Traditionen mit modernen Technologien einer riesigen Metropole verschmelzen zu lassen, auch der Lifestyle der Menschen lässt die Stadt nie schlafen.“
안녕하세요 여러분 (Annyeonghaseyo yeoreobun) oder besser gesagt, Hallo zusammen zu meinem Erfahrungsbericht zu meinem Auslandssemester im Wintersemester 2025/26 in Seoul, Südkorea. Ein halbes Jahr lang durfte ich in einer zunächst fremden Kultur eine unglaubliche Zeit erleben, die mit großartigen Erfahrungen und unvergesslichen Menschen geprägt war. Für das Land und insbesondere die Stadt Seoul habe ich mich nicht nur aufgrund der Faszination für die koreanische Kultur mit ihren zahlreichen Facetten und Unterschieden zu westlichen Kulturen entschieden, sondern mich auch an meinem Wunsch orientiert, mein Auslandssemester in einer Großstadt zu verbringen, welche jung und modern ist, aber auch traditionelle Charakteristika schützt und beibehält. Der tief verwurzelte Respekt, der das Miteinander der Südkoreanerinnen und Südkoreaner prägt, beeindruckt mich dabei ebenso wie die Effizienz des Alltags durch die Adaption und Innovation neuester Technologien. Belebt wird die Stadt nicht nur durch die zahlreichen Berufstätigen, die aus ganz Korea aber auch aus der ganzen Welt nach Seoul ziehen und dort ihrem Job nachgehen, sondern auch von einer Vielzahl an nationaler und internationaler Studentinnen und Studenten, welche an den Top-Universitäten des Landes studieren. In nationalen und internationalen Rankings als einer der Top-Universitäten gelistet, fiel meine Wahl auf die Hankuk University of Foreign Studies, eine Universität mit speziellem Fokus auf internationale Studiengänge, welche auf koreanisch und englisch angeboten werden. Von der Auswahl an Partneruniversitäten von Asia Exchange, der leitenden Organisation meines Auslandssemesters, entsprach diese Universität meinem Studiengang an der RH, International Marketing and Media Management, am meisten. Zentral gelegen konnte ich viele beliebte Viertel der Stadt schnell erreichen, oder in der Umgebung der Universität lokale Restaurants und Cafés zu meinen Lieblingsplätzen zählen. Auch die Lebenshaltungskosten empfand ich im Vergleich zu Deutschland insgesamt als deutlich günstiger, insbesondere Restaurants und Cafés in der Nähe der Uni, die zudem meist sehr lernfreundlich mit Steckdosen ausgestattet waren. Der Campus der Universität ist zwar im Vergleich zu vielen anderen Universitäten in Seoul kleiner, umfasst aber dennoch eine Mensa, einen Sportplatz und eine eigene Bibliothek, ein zentraler Aspekt der Auswahl meiner Wunsch-Universität. Zusätzlich sind die Wohnheime für Studentinnen und Studenten nah am Campus gelegen und fußläufig innerhalb weniger Minuten erreichbar.
Vorbereitung
Die Vorbereitung des Auslandssemesters startete für mich circa ein halbes Jahr vor Antritt der Reise. Anfänglich geprägt von Motivationsschreiben und Anträgen, standen in den Wochen vor Beginn des Auslandssemesters vor allem Versicherungsabschlüsse, Impfungen, Kursauswahlen und -registrierungen und das Erstellen einer Packliste im Vordergrund. Das Erstellen von Checklisten oder auch deren Bereitstellung von der RH sowie der Hankuk University erwiesen sich als unterstützende Instrumente in der aufregenden Vorbereitungszeit. Auch schnelle Rückmeldungen stellten einen zentralen Faktor für ein ruhiges Gewissen dar und erleichterten die Vorbereitungen, sodass lediglich das Eintauchen in eine fremde Kultur ein Aspekt der Anspannung war. Denn obwohl dank der sogenannten Hallyu, der koreanischen Welle, die Kultur Koreas in den letzten Jahren immer mehr in westliche Länder überschwappt, stellte sich
die Bekanntmachung mit der koreanischen Schrift sowie einigen Basics als eine wichtige und sehr geschätzte Aneignung dar. Dank moderner Technologien und der Internationalität von Seoul ist Englisch zwar zumindest in Seoul größtenteils verfügbar, außerhalb von Seoul jedoch teils schwer zu finden, weshalb dort Übersetzungsapps wie beispielsweise Papago dringend benötigt werden.
Aufenthalt
An der Hankuk University of Foreign Studies waren die ersten Wochen geprägt von neuen Eindrücken und einigen anfänglichen Verwirrungen bezüglich der Kursregistrierung, welche sich im Verlauf der ersten zwei Wochen nach einigen Besuchen im International Office dann schlussendlich klärten. Wichtig war hierbei vor allem eine Flexibilität in der Kursauswahl (inkl.Plan B), aber auch Beharrlichkeit bei der Suche nach Unterstützung, denn der Semesterstart stellte sich auch in Seoul als eine chaotische Anfangszeit heraus. Unterschiede zwischen koreanischen und deutschen Universitäten offenbarten sich schnell und umfassten nicht nur nahezu 100%-ige Anwesenheitspflicht, sondern auch wöchentliche Assignments und eine zweigeteilte Klausurenphase, mit den Midterms in der Zeit um einen der größten Feiertage Koreas, Chuseok, und den Finals. Trotz früher Bekanntschaft mit der universitätseigenen Bibliothek, direkt auf dem Campus und gleich zu Beginn des Semesters immer gut besucht, lag der Fokus anfangs doch eher auf dem Kennenlernen anderer Studenten, anderer Mitbewohner des Wohnheims und einer unglaublich großen und belebten Millionenstadt. Denn Seoul ist nicht nur dafür bekannt, koreanische Traditionen mit modernen Technologien einer riesigen Metropole verschmelzen zu lassen, auch der Lifestyle der Menschen lässt die Stadt nie schlafen. Nach ein paar Stunden in den ästhetischen, minimalistisch eingerichteten oder auf TikTok als Seoul-Highlight bekannten Cafés mit preiswertem Kaffee und leckeren Desserts können abendliche Aktivitäten in Seoul neben dem Essen zahlreicher lokaler Spezialitäten sowie ausländischer Küche nicht nur Clubbing oder Bar Hopping umfassen. Auch in Karaoke-Räumen können Hits performt, in Arcade Game Bars die Fertigkeiten beim Airhockey oder an der Darts Scheibe demonstriert, und in Photobooths die lustigen Abende verewigt werden. So fanden sich, nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen Offenheit der anderen internationalen Studenten, schnell Freundesgruppen, mit denen ich in den folgenden Wochen und Monaten die zahlreichen Ecken der Stadt erkundete.
Reisen in die umliegenden Länder oder weitere Teile des Landes komplettierten die unvergesslichen Erfahrungen und
erweiterten meinen Horizont über das Leben in Südkorea und die Schönheit des Landes, offenbarten interessante kulturelle Unterschiede zu Japan und China und festigten die entstandenen Freundesgruppen. Die anstehenden Prüfungen, Midterms und Finals, zwangen mich zwischen und nach den Vorlesungen zunehmend öfter in die Bibliothek, welche einen angenehmen Raum zum Lernen bot. Neben Hausarbeiten und Assignments standen in zwei
meiner fünf Kurse auch Klausuren auf dem Plan und versetzten mich aufgrund der Ungewissheit über das koreanische Prüfungssystem in eine leichte Anspannung. Dass aber auch diese Erfahrung mit anderen Studenten und Freunden geteilt werden und gemeinsame Abende nun nicht mehr in Karaoke-Räumen, sondern gemeinsam in der Bibliothek verbracht werden konnten, erleichterte die Klausurenphasen und vervollständigte die Erfahrungen eines Auslandssemesters, sodass ich auch diese Hürde problemlos meistern konnte. Und auch die Professoren, deren Englisch im Allgemeinen gut verständlich und deren Vorlesungsinhalte durchweg interessant waren, bereiteten uns gut auf die Prüfungsleistungen vor, sodass der akademische Teil des Auslandssemesters mit einer fleißigen Arbeitseinstellung gut zu erledigen war. Die Disziplin, für die Koreanerinnen und Koreaner weltweit bekannt sind, zeigte sich dabei auch bei den Studentinnen und Studenten und war ein gutes Vorbild für die eigene Arbeitsweise, indem sie meine Selbstorganisation und mein Zeitmanagement optimierte. Dadurch verschmolzen meine bereits im Vorfeld vorhandenen akademischen Fähigkeiten des Ehrgeizes und des strukturierten Lernens mit einem neuen Level an Disziplin. Die Lehre durch internationale Professoren aus Südkorea und Kanada erweiterte zudem meine Sichtweise auf international relevante Themengebiete und Problematik und steigerten meine Anpassungsfähigkeit an individuelle Lehr- und Lernmethoden. Präsentationen und andere Prüfungsleistungen in der englischen Sprache musste ich zwar auch an der RH schon oft ablegen, dennoch wurde auch diese Kompetenz in meinem Auslandssemester aufgewertet.
Nachbereitung
Die Erweiterung meiner interkulturellen akademischen Kompetenz wurde kompletiert mit einer Vielzahl an persönlichen Weiterentwicklungen und gesteigerter Selbstständigkeit. So konnte ich in meinem Auslandssemester viele enge internationale Freundschaften knüpfen, welche auch weiterhin halten, und dabei viel über andere Länder und Kulturen erfahren. Die Erweiterung meiner globalen Denkweise stärkte dabei meine Offenheit, ermöglichte mir eine
neue Perspektivenvielfalt und zudem ein gesteigertes Anpassungsvermögen an Umgebungen und Menschen. Neben universitären Angeboten gab es an der Hankuk University zahlreiche Sprach-, Freizeit- und kulturelle Aktivitäten, einige speziell für internationale Studentinnen und Studenten ausgelegt, um ihnen die koreanische Kultur näherzubringen. Jedoch waren einige Programme, insbesondere Sportangebote, nur eingeschränkt oder für internationale Studentinnen und Studenten gar nicht, aufgrund der Sprachbarriere nicht zugänglich, was die außerakademischen Erfahrungen an der Universität ein wenig trübten.
Fazit
Abschließend lässt sich dennoch sagen, dass mich mein Auslandssemester in Seoul sowohl akademisch als auch persönlich nachhaltig geprägt und weiterentwickelt hat. Neben der Steigerung fachlicher Kompetenzen, meiner Disziplin und einer Erweiterung meiner interkulturellen akademischen Fähigkeiten konnte ich vor allem persönlich wachsen, insbesondere durch neue Perspektiven, internationale Freundschaften und ein Leben in einer mir zunächst fremden Kultur. Die Kombination aus intensivem Studium, kulturellen Erfahrungen und dem Alltag in einer dynamischen Metropole erweiterte meinen Horizont nachhaltig und stärkte zudem meine Selbstständigkeit sowie Anpassungsfähigkeit. Trotz kleiner Herausforderungen überwiegen die positiven Erfahrungen deutlich, weshalb ich ein
Auslandssemester in Seoul und insbesondere an der Hankuk University of Foreign Studies jedem weiterempfehlen kann.
Du hast noch Fragen?
Unsere Mitarbeiter:innen aus dem International Office helfen Dir gerne weiter.
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