„Madrid als Standort ist auf jeden Fall die richtige Wahl, wenn man mit vielen anderen Internationalen Studenten in Kontakt kommen will und sich mit dem urbanen Leben wohlfühlt.“
Vorbereitung
Die Wahl des Standpunktes für mein Auslandssemester fiel mir sehr leicht. Schon immer hat mich die spanische Kultur und Lebensweise begeistert. Die Sprache habe ich bereits in der Oberstufe des Gymnasiums für 3 Jahre lernen können und war auch von dieser sehr angetan und hatte den Wunsch, meine Spanischkenntnisse nach 3 Jahren wieder aufzufrischen und im besten Falle auch auszubauen. Somit fiel die Wahl auf Madrid sehr schnell, da die Stadt diese Kriterien perfekt abdeckt. Die Stadt ist durch seine Internationale Beliebtheit perfekt geeignet um im Auslandssemester dort internationale Kontakte in der ganzen Welt zu knüpfen aber eben auch um die spanische Kultur in vollen Zügen kennenlernen zu können. Die Vorbereitung auf den Antrag des Semesters empfand ich durch das International Office der RH als sehr strukturiert und geplant. Bei jeglichen Fragen zu etwaigen Dokumenten oder weiteren Schriften standen alle Zuständigen immer zur Hilfe und haben zeitnah geholfen. Zudem gab es vorab ein Treffen aller Studenten, die dieses Semester im Ausland verbrachten, was sehr hilfreich in Bezug auf weitere offene Fragen, aber auch Bedenken war. Die RH hat nach Erhalt sämtlicher Dokumente die Nominierung an der Uni in Madrid
komplett selbst übernommen, sodass ich mich darum nicht mehr kümmern musste. Die Kommunikation mit der Gasthochschule „Antonio de Nebrija Madrid“ gestaltete sich im Vorhinein als sehr transparent und schnell. Ein Sprachkurs war vorab nicht notwendig, lediglich das Aufweisen von einem gewissen Sprachniveau in Englisch war gefordert, welches durch das Abiturzeugnis abgedeckt wurde.
Aufenthalt
Studium
Die Kurse die in Madrid für International Students angeboten wurden waren dieselben, wie für die Schüler die dort ihr komplettes Studium machen. Es gab die Möglichkeit zur Wahl aus 5 sogenannten Integrated Programs, die vergleichbar zu deutschen Studiengängen sind. Die Kurse werden entweder auf Spanisch oder auf English angeboten, was die Wahl der Kurse etwas limitiert hat. Es gab wie an der RH Midterms, also Zwischenprüfungen, etwa 2 Monate nach Vorlesungsbeginn und finale Prüfungen in allen Fächern. Die Endnote eines jeden Faches setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, wobei die Gewichtung dieser von Fach zu Fach bzw. von Dozent zu Dozent unterschiedlich
ausfällt. Meistens jedoch zählt Mitarbeit und Anwesenheit 30%, schriftliche, wöchentliche Abgaben (Assignments) 30% und die beiden Klausurleistungen 40%. Voraussetzung für die Teilnahme an der finalen Klausur war eine Anwesenheit von mindestens 75%. Anderenfalls war die Teilnahme an der Abschlussprüfung nicht möglich und das Fach somit automatisch nicht bestehbar. Es gab zusätzlich die Möglichkeit freiwillig einen Spanischsprachkurs zu belegen für den man Vorort einen Einstufungstest absolvieren musste. Die Uni hat mehrere Standorte, an denen je nach gewähltem Programm unterrichtet wird. Der Hauptcampus „Princessa“ liegt sehr zentral im Viertel „Arguelles“ und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Unterrichtet wird von morgens bis abends und je nach Stundenplan kann es durchaus vorkommen, dass Pausen von bis zu 5 Stunden zwischen die Vorlesungen fallen.
Unterkunft
Genau aus zuletzt genanntem Punkt empfehle ich eine Unterkunft in Zentrum der Stadt. Generell gibt es ein großes Angebot an Portalen zur Vermittlung von Studentenunterkünften. Auch die Universität selbst hat mehrere Studentenwohnheime in denen man jedoch meist für einen höheren Preis 3 Mahlzeiten sowie Cleaning Service 1 Mal die Woche bekommt. Zudem bietet die Uni auch Unterstützung bei der Wohnungssuche an. Wie oben erwähnt gibt es viele Agenturen wie spotahome, idealista, helphousing, Airbnb etc… die viele Möglichkeiten zur Unterkunft bieten. Allerdings bezahlt man hierbei meist eine sehr hohe Agentur-, also Vermittlungsgebühr, oftmals ohne die Wohnung vorher gesehen zu haben, was ein hohes Risiko birgt da man über Mitbewohner und Instandhaltung der Wohnung nichts weiß. Üblich sind in Madrid auch WGs mit 8-12 Mitbewohnern bei Preisen von 600- 1000 € Miete im Monat. Außerdem besteht eben deshalb die Gefahr, dass man bei der Buchung einer Unterkunft auf einen Scam reinfällt und am Ende ohne oder in einer komplett anderen Unterkunft dasteht als gebucht, was mir zu Beginn passiert ist. Aus diesen Gründen würde ich empfehlen entweder, wenn möglich über Kontakte oder über eine der zahlreichen Whatsapp- oder sogar Facebookgruppen zur Wohnungssuche in Madrid an eine Unterkunft zu kommen um zum einen hohe Preise, aber auch mögliche Scams zu vermeiden.
Alltag
Um den Alltag so individuell wie möglich zu gestalten bietet Madrid eine Vielzahl an Angeboten. Es gibt ein enorm großes Sportangebot dort, welches durch Runningclubs, Sport in Parks, erschwingliche Fitnessstudiopreise aber auch die App Classpass gestützt wird. Zudem hat Madrid als Spanische Hauptstadt ein sehr großes Kulturangebot von Museen, Konzerten, bis hin zu Fußballspielen. Unzählige Shoppingmöglichkeiten, Freiflächen aber auch die gute Reiseanbindung innerhalb und außerhalb Spaniens machen den „Alltag“ dort sehr abwechslungsreich. Die Gasthochschule selbst hat auch ein Angebot auf die Teilnahme an Sportclubs wie Pilates oder Tennis aber auch Fußball und Rugby. Zudem bietet sie ein Buddyprogramm an, bei dem sich International Studenten mit Studenten aus Madrid vernetzen können. Die Uni bietet ein sogenanntes Jugendticket für die öffentlichen Verkehrsmittel an, mit dem
man für 8 € im Monat jegliche Transportmittel nutzen kann. Aufladen kann man dieses Ticket an jeder Bahnstation. Generell ist der öffentliche Transport dort sehr ausgebaut und Metros fahren im 5 Minuten Takt.
Kosten
Die Kosten vor Ort lassen sich recht gut in verschiedene Kategorien einteilen. Während die Miete mit bis zu 900 € für ein WG Zimmer deutlich teurer ist als in Köln sind Lebensmittel, Shopping und das Essen in Restaurants sowie Getränke in Bars deutlich günstiger. Generell kommt man somit auf vergleichbare beziehungsweise etwas höhere Kosten. Man sollte jedoch anmerken, dass man in der Zeit dort so viel wie möglich erleben will was somit auch Reisen, Clubbesuche und viele Aktivitäten impliziert und somit auf Dauer teuer ist. Dabei ist die Varianz aber komplett individuell.
Nachbereitung
Insgesamt konnte ich aus der Zeit dort nicht nur viel bessere sprachliche Kenntnisse sowohl in Spanisch als auch vor allem in Englisch mitnehmen, sondern haben sich auch viele Fähigkeiten wie das Arbeiten in der Gruppe mit teils fremden Menschen, das Verhalten in fremden Situationen aber auch das Agieren in internationalen Kontexten verbessert. Man lernt dort sich mit Situationen aber auch Menschen auseinander zu setzten, denen man in seinem Alltag zuhause nicht begegnet wäre. Ich nehme daraus somit einen Mehrwert in persönlicher Hinsicht und wünschenswert auch im beruflichen Aspekt, da ich somit meine Skills erweitern konnte und einem potenziellen Arbeitgeber nun mehr bieten kann.
Fazit
Ich empfehle jedem, der die Möglichkeit auf ein Auslandssemester hat, diese Chance zu nutzen. Man wird von Anfang an begleitet und es wird einem bei jeglichen Problemen geholfen, sodass man nie auf sich alleine gestellt ist. Madrid als Standort ist auf jeden Fall die richtige Wahl, wenn man mit vielen anderen Internationalen Studenten in Kontakt kommen will und sich mit dem urbanen Leben wohlfühlt. Dort ist die perfekte Mischung aus Freizeitaktivitäten wie Sport, Kultur und Ausgehmöglichkeiten aber auch tollen Parks und Freianlagen geboten. Ein Auslandssemester bietet die Chance auf persönliche Weiterentwicklung und das Gewinnen von Mehrwert daraus.
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Unsere Mitarbeiter:innen aus dem International Office helfen Dir gerne weiter.
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