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Spanien, Valencia - Erfahrungsbericht zum Auslandssemester

„Die 5 Monate sind wie im Flug vergangen, weil sich die Zeit dort so erfüllt und voller Lebensqualität angefühlt hat, sodass ich im Nachhinein noch begeisterter von der Kultur bin, als ich es vorher war.

Vorbereitung

Meine Anfangsmotivation ein Auslandssemester zu absolvieren, entstand mit der Idee meine Freundin, welche in Portugal ihr Auslandssemester machen wollte, zu begleiten. Dieser Plan ging dann nicht auf, weil die RH keine Partneruniversität in Lissabon hat. Dementsprechend habe ich mich umorientiert und mich mit einer Kommilitonin zusammen für Spanien (Valencia) entschieden. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der Fakt, dass wir uns kein besseres Leben, als zwischen Uni und Strand vorstellen konnten.
Wir haben uns auf unserem Portal über die verschiedenen Partner Universitäten in anderen Ländern informiert und sind auf die „Universitat de Valencia“ gestoßen. Nach regelmäßigem engem Austausch mit dem International Office der RH, haben wir unser Motivationsschreiben verfasst und das Grant Agreement fristgerecht abgegeben. Hier kann ich jedem empfehlen, bei Fragen das International Office anzurufen, weil man sich immer auf eine Beratung verlassen kann. Nach ein paar Wochen des Wartens haben wir eine E-Mail von der „Universitat de Valencia“ bekommen und uns einschreiben lassen. Wichtig ist es, dass man die Fristen einhält und sich vorab schlau macht, ob eine Europäische Krankenversicherung vorhanden ist, weil diese bei der Uni eingereicht werden muss. Meine Kommilitonin und ich haben uns außerdem regelmäßig mit unserer Studiengangsleiterin über das Learning Agreement ausgetauscht, um ein erstes Konzept im Kopf zu haben. Nachträglich kann ich jedoch sagen, dass sich unser Learning Agreement oft verändert hat und man nicht immer damit rechnen kann, dass die Wunschkurse im Ausland noch Plätze frei haben.

Mit der Wohnungssuche haben wir direkt nach Bekanntgabe der Stipendien angefangen, weil wir unbedingt zusammen und in der Nähe vom Strand wohnen wollten. Unsere WG-Zimmer haben wir über die Plattform „idealista“ gefunden, über welche der Austausch mit dem Vermieter sehr gut funktioniert hat.

Aufenthalt

Studium

Nachdem ich angekommen bin und meinen ersten „Willkommenstag“ in der Uni hatte, war ich komplett positiv beeindruckt von der Größe der Universitat de Valencia. Neben mehreren Cafés und Mensas vefügt die Uni auch über jegliche Sportplätze (Tennisplatz, Fußballplatz, Basketballplatz, etc.) und bietet super viele Sportkurse an, die zwar meistens Geld kosten aber auf jeden Fall bezahlbar sind. Also, wenn du Lust auf Surfen, Yoga, Tennis, Tanzen oder Ähnliches hast, wirst du fündig. Außerdem habe ich mich sehr über die große und moderne Bibliothek gefreut, welche täglich zum Lernen von sehr vielen Studierenden genutzt wurde.

Bei der Kursauswahl habe ich mich ausschließlich auf englischsprachige Kurse fokussiert, weil ich keine spanischen Sprachkenntnisse hatte und ich mein Englisch aufbessern wollte. Das Niveau in den jeweiligen Kursen wurde extra so gehalten, dass man trotz der Fremdsprache keine Schwierigkeiten hatte und gut mitgekommen ist. Im Gegensatz zu dem Studium an der RH legen die Dozenten viel Wert auf regelmäßige Abgaben, Präsentationen und einen sehr praxisbezogenen Kursverlauf. Dementsprechend waren meine Kurse in Theorie und Praxis aufgeteilt und fanden jeweils einmal in der Woche statt. Es ist wichtig so oft es geht anwesend zu sein, um nichts zu verpassen, weil jede Woche auf die andere aufbaut und bei vielen Kursen auch eine Anwesenheitspflicht besteht.
Wie anfangs erwähnt hatten wir nach unserer Ankunft einen „Willkommenstag“, bei dem uns das ganze Unigelände gezeigt wurde und wir Fragen zu jeglichen Themen stellen konnten. Jedem Student wurde ein Mentor zugeschrieben, bei dem man sich nachträglich melden konnte, wenn irgendwelche Probleme aufgetreten sind. Ansonsten war das International Office von der Universitat de Valencia auch immer erreichbar, jedoch musste man oftmals länger auf eine Antwort per E-Mail warten.

Die Uni hatte für uns eine perfekte Lage, weil Sie zu Fuß innerhalb von 15min von uns zu Hause (Cabanyal) erreichbar war und dementsprechend auch relativ nah am Strand liegt. Wir hatten keine Probleme in die Innenstadt zu kommen oder uns in den Pausen bei einem von den nahegelegenen Cafés etwas zu Essen zu kaufen.

Unterkunft

Eine Unterstützung der Gasthochschule hatten wir bei der Wohnungssuche nicht aber das lag auch daran, dass wir uns mit den vorherigen Erfahrungsberichten schlau gemacht haben und eigenständig auf „idealista“ gesucht haben. Es gibt auch noch andere Plattformen, die erwähnt wurden, mit denen habe ich aber keine Erfahrungen gemacht. Unsere WG, welche wir zu dritt bewohnt haben, befand sich im „Cabanyal“, das ist die Region, welche sich direkt am Strand befindet. Nach unserem Einzug haben wir von den „Locals“ viele negative Geschichten über dieses Viertel gehört, weil - wie in fast jedem Land- am Strand eine höhere Kriminalitätsrate herrschen soll. Kurz nach unserer Ankunft haben wir unsere eigenen Erfahrungen damit macht, weil nachts unsere Handys am Strand geklaut wurden, nachdem wir auf die Idee kamen, unsere gesamten Taschen unbeaufsichtigt am Strand liegen zu lassen und in der Zeit schwimmen zu gehen. Man sollte auf jeden Fall immer auf seine Sachen aufpassen und diese nicht ohne Aufsicht irgendwo liegen lassen. Aber außer diesem Ereignis haben ich und meine Freundin uns wohl im Cabanyal gefühlt und hatten keine anderen komischen Begegnungen. Ich denke, dass man das für sich selber abwägen sollte, ob man lieber auf Nummer sicher geht oder halt direkt am Strand wohnt. Zweiteres war uns wichtiger. Die Preise für die Unterkunft waren relativ normal, ich habe 425€ monatlich bezahlt und war super zufrieden mit meinem Zimmer und der gesamten Wohnung.

Alltag

Die Lebensqualität in Valencia war atemberaubend. Fast jeden Tag hatten wir klaren, blauen Himmel mit Sonnenstrahlen, wenn das mal nicht der Fall war, dann war man total überrascht. Die Innenstadt ist auch sehr schön und voller süßer Cafés und tollen Ecken mit schönen Sehenswürdigkeiten oder Museen. Fast regelmäßig fanden Feste in der Stadt statt, bei denen die Straßen voller gut gelaunter Menschen waren. Mein absolutes Highlight war der Strand und der nahegelegene Hafen, von dem man täglich den Surfern zugucken konnte. Auch wenn der Alltag großteilig von unserem Studium geprägt war, haben wir jede freie Minute draußen bei wunderschönem, warmem Wetter und supernetten, herzlichen Menschen verbracht.

Kosten

Bezüglich der Kosten, kann ich euch raten eure Ausgaben regelmäßig aufzuschreiben, weil sonst ganz schnell das Geld vom Stipendium, welches man vorab erhält, weg sein kann. Dadurch, dass man regelmäßig neue Leute kennenlernt und eigentlich immer unterwegs ist (auch abends) gibt man relativ viel Geld für Essen und Trinken aus. Im Vergleich zu Deutschland sind die Restaurants vielleicht etwas günstiger, aber es besteht kein großer Unterschied. Das Gleiche gilt auch für die Supermarktpreise. Da kann ich empfehlen, für frisches Obst und Gemüse in so genannte „Frutas i Veduras“ Läden zu gehen, weil ihr da immer die Besten Preise ergattern könnt (achtet aber darauf, dass kg Preise an den Obstsorten stehen). Schlussendlich habe ich mehr Geld ausgegeben a ls normalerweise in Deutschland, was aber nur daran lag, dass ich fast täglich auswärts essen war oder mir einen Kaffee geholt habe.

Nachbereitung

Ich habe nicht einmal meine Erfahrung bereut dieses Auslandssemester gemacht zu haben, weil ich so viele tolle Erfahrungen gesammelt habe und auch fachlich, sprachlich und intellektuell viele neue Kompetenzen erworben habe. Auch für meine berufliche Laufbahn wird sich das Auslandssemester als positiv herausstellen, da es zeigt, dass man sich gut in anderen Kontexten einleben und verschiedene Herausforderungen meistern kann.
Meine bewusste Entscheidung dafür, dass ich anstatt nach Portugal nach Spanien gehen wollte, lag ganz klar an der wundervollen Kultur, welche die Menschen dort mit Herz ausleben. Die 5 Monate sind wie im Flug vergangen, weil sich die Zeit dort so erfüllt und voller Lebensqualität angefühlt hat, sodass ich im Nachhinein noch begeisterter von der Kultur bin, als ich es vorher war. Die Menschen dort sind laut, fröhlich und erhoffen sich einfach ein schönes Zusammenleben mit Jedem. Ich würde euch empfehlen, vor Ort einen Spanischkurs zu belegen oder vielleicht mit den Locals ein bisschen zu üben, weil ein großer Teil der Gesellschaft dort kein gutes Englisch spricht und sie sich immer freuen, wenn man als Ausländer versucht, mit Ihnen auf Spanisch zu sprechen.

Fazit 

Es war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben und hat mir gezeigt, dass viel mehr möglich ist, als man vielleicht manchmal denkt. Das Privileg in einem anderen Land studieren und wohnen zu können und dann noch finanziell unterstützt zu werden, sollte man auf jeden Fall nutzen und genießen. Ich bin sehr dankbar dafür, diese Erfahrung gesammelt haben zu dürfen und plane schon meinen nächsten Auslandsaufenthalt.

Du hast noch Fragen?

Unsere Mitarbeiter:innen aus dem International Office helfen Dir gerne weiter.

 

International Office

international@rh-koeln.de

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