„Madrid selbst ist eine sehr junge, lebendige und offene Stadt. Auf den Straßen ist eigentlich immer etwas los und man merkt schnell, dass sich viel Leben draußen abspielt. Ob in Cafés, auf Plätzen oder in Parks – überall treffen sich Menschen und verbringen die meist sonnigen Stunden gemeinsam.“
Vorbereitung
Ein Auslandssemester war zwar nicht von Anfang an mein Plan im Bachelorstudium, doch durch die Erfahrungen anderer Studierender und die Informationsangebote der Uni wurde mein Interesse daran immer größer. Besonders Madrid hat mich als spanische Metropole direkt angesprochen. Ein Platz dort wurde schließlich zu meinem absoluten Wunsch bei der ERASMUS-Bewerbung. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich die Zusage für das Wintersemester 2025/2026 erhalten habe.
Der Bewerbungsprozess verlief insgesamt sehr unkompliziert. Das Internationale Office der Rheinischen Hochschule hat an jeder Stelle unterstützt und stand bei Fragen jederzeit zur Verfügung, sodass die organisatorischen Schritte problemlos zu bewältigen waren. Auch bei den ersten Informationen zur Gasthochschule sowie zu den notwendigen Unterlagen wurde man gut begleitet. Einige Dinge mussten jedoch eigenständig organisiert werden, insbesondere die Wohnungssuche sowie die Hin- und Rückreise. Gerade die Wohnungssuche in Madrid erfordert etwas Eigeninitiative, da viele Studierende in Wohngemeinschaften oder privaten Apartments wohnen. Über verschiedene Online-Plattformen und Studierendenportale lassen sich jedoch relativ schnell passende Angebote finden. Mit etwas Recherche im Voraus konnte ich eine Unterkunft in einer WG mit internationalen Studierenden finden, was sich später als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat.
Auch die An- und Abreise habe ich selbst organisiert. Von Deutschland aus ist Madrid gut erreichbar, sowohl mit dem Flugzeug als auch mit der Bahn oder dem Bus. Ich habe mich für einen Flug entschieden, da dieser zeitlich am unkompliziertesten war. Zur Vorbereitung gehörte außerdem die Kurswahl und das sogenannte Learning Agreement, in dem die geplanten Kurse für das Semester festgelegt werden. Die Abstimmung mit der Rheinischen Hochschule sowie mit der Gasthochschule verlief dabei unkompliziert.
Aufenthalt
Angekommen in Madrid durfte ich eine der bisher besondersten Zeiten meines Studiums erleben. Das Leben in Spanien war geprägt von vielen neuen Eindrücken, neuen Menschen und einer komplett anderen Umgebung als zu Hause. Gleichzeitig konnte ich auch akademisch einiges mitnehmen, meine Englischkenntnisse weiterentwickeln und Spanisch als neue Sprache kennenlernen.
Madrid selbst ist eine sehr junge, lebendige und offene Stadt. Auf den Straßen ist eigentlich immer etwas los und man merkt schnell, dass sich viel Leben draußen abspielt. Ob in Cafés, auf Plätzen oder in Parks – überall treffen sich Menschen und verbringen die meist sonnigen Stunden gemeinsam. Die klassische spanische Kultur wird hier voll und ganz gelebt und lässt sich in kleinen Tapas-Bars, auf zentralen Plätzen der Stadt oder im sehr ausgeprägten Nachtleben jeden Tag hautnah erleben. Madrid hat eine ganz eigene, besondere Atmosphäre, in der man sich sehr schnell zuhause fühlt.
Ein besonders großer Teil der Erfahrung waren für mich die vielen internationalen Kontakte. Durch die Universidad Nebrija und durch das Zusammenleben mit Studierenden aus anderen Ländern durfte ich Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen kennenlernen und neue Freundschaften schließen. Der Austausch mit ihnen war sehr bereichernd und hat das Semester stark geprägt. Neben den Vorlesungen verbringt man viel Zeit zusammen, entdeckt die Stadt oder unternimmt Ausflüge in andere Regionen Spaniens. Auch sprachlich hat mir das Semester viel gebracht. Alle Kurse fanden auf Englisch statt, wodurch ich mein Englisch deutlich verbessern konnte. Gerade durch Präsentationen, Gruppenarbeiten und Gespräche mit anderen internationalen Studierenden wurde Englisch schnell zur normalen Alltagssprache. Zusätzlich besuchte ich einen Spanischkurs an der Universität. Außerdem hatte ich natürlich auch im Alltag immer wieder Kontakt mit der spanischen Sprache, wodurch ich zumindest grundlegende Spanischkenntnisse aufbauen konnte. Besonders im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen oder im Restaurant, war eine Basis an Spanisch oft sehr hilfreich.
Das Lehrniveau an der Gasthochschule empfand ich insgesamt als gut strukturiert und praxisnah. Viele Kurse beinhalteten Gruppenarbeiten, Präsentationen oder kleinere Projekte während des Semesters. Dadurch wurde man aktiv in die Veranstaltungen eingebunden. Auch die Prüfungsleistungen bestanden häufig aus mehreren Bestandteilen wie Präsentationen, Hausarbeiten oder Klausuren, sodass sich die Bewertung über das gesamte Semester verteilte. Sehr positiv fand ich außerdem die Organisation der Universidad Nebrija. Über Online-Plattformen konnte man jederzeit alle wichtigen Informationen zu Kursen, Materialien oder Prüfungen einsehen. Auch Anwesenheiten und Leistungen waren dort übersichtlich dargestellt, sodass man immer einen guten Überblick über den eigenen Studienstand hatte. Auch die Betreuung durch die Universität war sehr gut. Die spanischen Kommilitoninnen und Kommilitonen waren offen und hilfsbereit, wodurch es relativ leicht war, Kontakte zu knüpfen und sich in den Studienalltag einzufinden. Auch die Professorinnen und Professoren waren sehr zugänglich und standen bei Fragen jederzeit zur Verfügung.
Neben dem Studium bietet Madrid extrem viele Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. In der Stadt selbst gibt es unzählige Restaurants, Bars, Parks, Sportmöglichkeiten und kulturelle Angebote. Besonders beliebt bei Studierenden sind Parks wie der Retiro Park, in denen man sich mit Freunden treffen oder einfach Zeit im Freien verbringen kann. Gleichzeitig eignet sich Madrid auch sehr gut als Ausgangspunkt für Ausflüge. Städte wie Toledo oder Segovia sind nicht weit entfernt und lassen sich gut für Tages- oder Wochenendtrips erreichen. Dadurch konnte ich während meines Aufenthalts nicht nur Madrid selbst, sondern auch andere Teile Spaniens wie Valencia, Toledo und Alicante kennenlernen. Auch die Lebensqualität in Madrid ist sehr hoch. Das öffentliche Verkehrsnetz mit Metro, Bussen und Regionalzügen ist sehr gut ausgebaut und ermöglicht es, sich schnell und unkompliziert in der Stadt zu bewegen. Studierende können außerdem vergünstigte Monatstickets nutzen. Die Lebenshaltungskosten sind etwas höher als in kleineren deutschen Städten, besonders bei der Unterkunft. Trotzdem lassen sich mit etwas Planung und durch das Leben in einer WG viele Kosten gut aufteilen. Für Essen, Freizeit und öffentliche Verkehrsmittel sollte man jedoch ein etwas höheres Budget einplanen als in Deutschland.
Nachbereitung
Rückblickend hat mir das Auslandssemester nicht nur fachlich, sondern auch persönlich sehr viel gebracht. Besonders meine Englischkenntnisse haben sich durch den täglichen Gebrauch deutlich verbessert. Gleichzeitig konnte ich erste Grundkenntnisse in Spanisch erwerben, die mir im Alltag sehr geholfen haben.
Darüber hinaus durfte ich viele interkulturelle Erfahrungen sammeln. Durch den Austausch mit Studierenden aus verschiedenen Ländern bekommt man neue Perspektiven und lernt unterschiedliche Kulturen besser kennen. Diese Erfahrungen sind nicht nur persönlich bereichernd, sondern können auch für die spätere berufliche Laufbahn sehr wertvoll sein.
Ein Auslandssemester stärkt außerdem viele persönliche Fähigkeiten wie Selbstständigkeit, Organisation und Offenheit gegenüber neuen Situationen. Gerade durch die eigenständige Organisation von Unterkunft, Reisen und Alltag lernt man, viele Dinge selbst zu regeln und sich schnell an neue Umgebungen anzupassen.
Fazit
Am Ende war die Zeit in Madrid eine unvergesslich schöne und spannende Zeit. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, meine Sprachkenntnisse verbessert und gleichzeitig einen einzigartigen Einblick in die spanische Kultur und das Leben in einer internationalen Großstadt erhalten. Besonders der internationale Austausch, das Leben in einer lebendigen Metropole und die vielen neuen Erfahrungen haben dieses Semester zu einer ganz besonderen Zeit meines Studiums gemacht. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch ERASMUS+, die mir diese Erfahrungen ermöglicht hat. Ein Auslandssemester in Madrid kann ich daher voll und ganz weiterempfehlen.
Von Ann-Kathrin
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