Internationales: Berichte

Spanien, Bilbao - Ensins Erfahrungsbericht zum Auslandssemester

Geschrieben von Rheinische Hochschule Köln | 20.04.26 11:46

„Wenn man schon in Bilbao ist, sollte man auch die Städte an der Küste besuchen. Jede davon ist einzigartig.

Vorbereitung

Die schnellste Anreiseoption ist meiner Meinung nach per Flugzeug. Ich habe etwa einen Monat im Voraus mein Ticket gebucht und dafür ungefähr 200€ bezahlt. Leider gibt es ab Köln keine Direktflüge nach Bilbao im Januar. Wenn man jedoch bereit ist, etwas weiter zu fahren, um einen Direktflug zu bekommen, kann ich Frankfurt empfehlen, obwohl die Preise dort höher sind als das, was ich bezahlt habe. Ich bin von Düsseldorf nach Madrid geflogen und von dort weiter nach Bilbao. Die gesamte Reisezeit betrug etwa 6 Stunden. Vom Flughafen aus hat man die Möglichkeit, entweder mit dem Taxi in die Stadt zu fahren oder wie ich es gemacht habe, den Bus zu nehmen. Die Busfahrt kostet etwa 3€ und bringt einen direkt in die Stadt.

Aufenthalt

Wohnen

Da ich den Anzeigen in den Apps gegenüber etwas skeptisch war und lieber persönlich die Wohnung besichtigen wollte, habe ich für die ersten paar Tage ein Zimmer in einem Hostel gebucht. Für 5 Tage habe ich 120€ gezahlt. In dieser Zeit habe ich mich um meine Unterkunft gekümmert. Zuvor habe ich einige Anzeigen kontaktiert, die ich auf Idealista und in der WhatsApp-Gruppe "Happy Erasmus" gefunden habe. Es gibt auch Unterkünfte für Studenten von der Universität, aber diese sind meistens von Studenten belegt, die länger als ein Semester bleiben. Schließlich habe ich eine WG in Abando gefunden. Mein Zimmer war nur 5-10 Minuten Fußweg von der Uni entfernt und hatte eine ausgezeichnete Lage in der Stadt. Mir wurde zwar abgeraten, in San Francisco zu wohnen, aber ich habe auch Erasmus-Studenten kennengelernt, die dort gewohnt haben. Ich habe für mein Zimmer 400€ inklusive aller Nebenkosten gezahlt, also Strom, Wasser, Gas und Internet. Die WG bestand aus insgesamt 3 Personen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass viele Vermieter keinen Vertrag abschließen, da es für sie nicht vorteilhaft ist. Das sollte man im Auge behalten, falls man einen Vertrag benötigt.

Je nach Universität empfehle ich, sich in der entsprechenden Gegend umzusehen, da man von überall aus gut hinkommt. Die besten Wohngegenden, von denen ich gehört habe, sind San Mames, Deusto, Indauxu und Abando. Man sollte San Francisco und Casco Viejo eher meiden.

Universität

Ich habe an der UPV/EHU studiert und war ziemlich positiv überrascht von der Universität. Zwar war der Anfang etwas stressig, da ich meine Fächer noch einmal ändern musste, da sich der Spanischkurs mit anderen Fächern überschnitten hat, aber nach den ersten 2 Wochen hat man sich gut eingelebt. Ich würde empfehlen, wenn möglich, früher anzureisen, um einen weniger stressigen Start zu haben. Ein kleiner Tipp: Ich hatte 2 Fächer auf Spanisch und einen auf Englisch, da ich dachte, dass es machbar wäre, weil ich schon Spanisch gelernt hatte. Es ist jedoch sehr zu empfehlen, die Fächer auf Englisch zu belegen, da es für mich etwas schwieriger war, im Unterricht alles zu verstehen, trotz meines B2-Niveaus in Spanisch.

Bilbao

Bilbao ist im Vergleich zu meiner Heimatstadt Köln klein, was aber keineswegs negativ ist. Ganz im Gegenteil, man kann hier überall gut zu Fuß oder mit der Bahn hinkommen. Hier findet man alles von Altbauten bis zu modernen Architekturen. Der Strand ist auch nicht weit entfernt. Mit der Bahn ist man innerhalb von 30-45 Minuten am Strand (je nachdem, welchen man besuchen möchte). Das ist besonders für Surffreunde empfehlenswert.
Ein wichtiger Punkt, der zwar nicht erschrecken sollte, aber trotzdem erwähnt werden muss: Die Einheimischen haben erwähnt, dass die Taschendiebstähle in diesem Jahr ziemlich zugenommen haben. Ich persönlich habe zwar keine Probleme mit ihnen gehabt, habe aber von Freunden gehört, dass ihnen beim Spazierengehen durch Casco Viejo oder beim Feiern etwas gestohlen wurde. Deshalb würde ich empfehlen, abends vielleicht nicht alleine unterwegs zu sein.

Freizeit

Bilbao bietet eine vielfältige Freizeitgestaltung. Man kann hier shoppen, feiern, Museen besuchen, wandern oder einfach am Fluss oder in einem schönen Park entspannen. Hier sind einige meiner persönlichen Empfehlungen aus jedem Bereich:
In Bezug auf Sport und Fitness habe mich im Bilbao Kirolak angemeldet. Meiner Meinung nach ist es das beste Fitnessstudio für alles. Es hat zwar nicht so viele Geräte, die auf Kraftsport ausgelegt sind, aber man bekommt eine Vergünstigung durch die Universität. Außerdem hat man durch die Mitgliedschaft Zugang zum Schwimmbad, zur Sauna und zum Dampfbad.

Für Bars empfehle ich die auf der Poza-Straße, wie zum Beispiel Poza 42 oder Poza 40. Hier läuft immer gute Musik und die Leute sind gut drauf. Zu den besten Clubs gehören meiner Meinung nach Back & Stage, Flash, Sonora und Crystal.

Hinsichtlich Restaurants: Da dies sehr geschmacksspezifisch ist und ich hauptsächlich selbst gekocht habe, kann ich
nur einige Restaurants empfehlen, die meinem Geschmack entsprechen:
Sushisom: Ein sehr gutes All-you-can-eat-Restaurant mit Spezialisierung auf asiatische Küche.
Surfin Tacos: Hier gibt es Tacos und Burritos (etwas teuer, aber sehr lecker).

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Bilbao:
Wenn man schon in Bilbao ist, sollte man auch die Städte an der Küste besuchen. Jede davon ist einzigartig. Mir persönlich hat San Sebastián sehr gut gefallen. Ein weiterer Ort ist zum Beispiel die Hauptstadt des Baskenlandes, Vitoria-Gasteiz. Sehr schön und in der Nähe gibt es auch schöne Naturgebiete.

Nachbereitung

Ich empfehle, genug Geld mitzunehmen, da Bilbao im Vergleich zu anderen spanischen Städten ziemlich teuer ist. Im Großen und Ganzen sollte man für die Miete etwa 400-500€ pro Monat einplanen. Dazu kommen noch die Kosten für Freizeitaktivitäten und Verpflegung. Ein weiterer Punkt, der bei mir dazukam, war die Krankenversicherung. Ich habe nachträglich eine von der Schule abgeschlossen, was mich 150€ gekostet hat. Ich kann das wirklich jedem empfehlen, da die Versicherung sehr hilfsbereit war und immer erreichbar ist.

Fazit 

Ich persönlich habe in dieser Zeit sehr viel Spaß gehabt. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und viel von der Umgebung rund um Bilbao gesehen. Diese Erfahrungen werde ich nie vergessen, und ich kann jedem, der darüber nachdenkt, nach Bilbao zu reisen, nur raten, dies auch wirklich zu tun.