„Durch Erasmus+ ist mir bewusst geworden, dass auch ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass mein privater wie auch beruflicher Weg mich zukünftig nach Split führen wird.“
Mit der Planung meines Auslandssemesters begann ich Ende Oktober 2024, als ich mich erstmals beim International Office über die Möglichkeiten eines Erasmus-Aufenthalts informierte. Ich fühlte mich während des gesamten Prozesses gut betreut und wurde bei der Vielzahl an organisatorischen Aufgaben stets gut unterstützt. Auch die Kommunikation zwischen dem International Office der RH und dem International Office der University of Split verlief sehr zuverlässig und erleichterte den Bewerbungsprozess deutlich. Bei Fragen vor, während und auch nach meinem Auslandsaufenthalt standen mir beide Seiten jederzeit unterstützend zur Verfügung.
Nach einem ersten Austausch mit dem International Office hatte ich außerdem die Möglichkeit mich mit einem Studierenden der RH auszutauschen, der zu diesem Zeitpunkt bereits sein Auslandssemester an der University of Split absolvierte. Dieser Erfahrungsaustausch war sehr hilfreich, da ich dadurch viele praktische Informationen über das Studium vor Ort, den Universitätsalltag sowie Freizeitmöglichkeiten in Split erhielt.
Die Wahl des Gastlandes stand für mich von Anfang an fest. Aufgrund meiner kroatischen Wurzeln hatte ich schon länger den Wunsch, einen Teil meines Studiums in Kroatien zu absolvieren und meine Heimat auch aus akademischer Perspektive kennenzulernen.
Der Bewerbungsprozess selbst war durch die gute Organisation des International Office sehr übersichtlich gestaltet. Uns Studierenden wurden frühzeitig alle erforderlichen Bewerbungsunterlagen mitgeteilt und regelmäßig Checklisten zur Verfügung gestellt, sodass wir jederzeit einen Überblick über die einzelnen Schritte hatten. Nachdem alle Unterlagen eingereicht waren, begann die Wartezeit auf die Rückmeldung der Partneruniversität. Umso größer war schließlich die Freude, als ich die Zusage für mein Auslandssemester erhielt. Im nächsten Schritt musste das sogenannte Learning Agreement erstellt werden. Dabei werden Kurse an der Gastuniversität ausgewählt, die thematisch zum Studium an der Heimathochschule passen und möglichst anerkannt werden können. Dieser Prozess stellte sich für mich zunächst als etwas herausfordernd dar, da es nicht immer einfach war, passende Kurse zu finden. Dennoch ließ ich mich davon nicht entmutigen und bin im Nachhinein sehr froh, mein Auslandssemester dennoch angetreten zu haben. Mit der Organisation der wichtigsten Punkte konnte meine Reise nach Split schließlich beginnen – begleitet von großer Vorfreude auf die kommende Zeit.
Ankunft und erste Eindrücke
Nach meiner Ankunft in Split wurden alle Erasmus-Studierenden beim sogenannten Welcome Day an der Universität empfangen. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung kann ich sehr empfehlen, da dort viele wichtige organisatorische Informationen zum Studium, zur Universität sowie zu den angebotenen Kursen vermittelt werden. Darüber hinaus bot der Welcome Day eine hervorragende Gelegenheit, andere internationale Studierende kennenzulernen. Bereits an diesem ersten Tag entstanden viele Kontakte und Freundschaften, die mich während meines gesamten Aufenthalts begleiteten. Im Laufe der Zeit lernte ich Studierende aus zahlreichen verschiedenen Ländern und Kulturen kennen, was meinen Auslandsaufenthalt besonders bereichernd gemacht hat. Diese interkulturellen Begegnungen zählen für mich zu den wertvollsten Erfahrungen meines Erasmus-Semesters. Gleichzeitig konnte ich durch den internationalen Austausch auch meine Englischkenntnisse deutlich verbessern.
Studium an der University of Split
An der University of Split besteht für Erasmus-Studierende die Möglichkeit, Vorlesungen auf Englisch oder Kroatisch zu besuchen. Da Kroatisch meine Muttersprache ist, entschied ich mich dafür, meine Kurse auf Kroatisch zu belegen. Rückblickend war dies eine sehr gute Entscheidung, da ich dadurch mein fachliches Vokabular deutlich erweitern konnte. Die Lehrveranstaltungen waren insgesamt sehr interessant und praxisnah gestaltet. Der Unterricht war häufig in einen theoretischen Teil sowie einen anschließenden praktischen Übungsteil gegliedert, sodass die vermittelten Inhalte direkt angewendet werden konnten. Diese Kombination aus Theorie und Praxis empfand ich als besonders sinnvoll und bereichernd. Ein besonderes Highlight meines Studiums war das Modul Business Management bei der Dozentin Dr. sc. Senka Borovac Zekan. In diesem Kurs arbeiteten wir sehr projektorientiert und bekamen die Möglichkeit, mit verschiedenen Unternehmen und Führungspersönlichkeiten aus der Praxis in Kontakt zu treten. Im Rahmen dieses Moduls durfte ich einen Podcast auf kroatischer Sprache mit der erfolgreichen Engineering Managerin Ana Super Matana planen, aufnehmen und durchführen. Dabei waren meine Kommilitonen und ich selbstständig für die gesamte Organisation und Umsetzung verantwortlich – von der inhaltlichen Vorbereitung bis zur technischen Umsetzung mit Kameras und Mikrofonen. Ein weiteres Projekt bestand darin, während der Weihnachtszeit ein Adventshäuschen unter der Leitung unserer Dozentin Dr. sc. Senka Borovac Zekan auf dem Weihnachtsmarkt der Universität zu betreiben, was uns durch den Direktor der Universität, Herrn Ivan Zizic, ermöglicht wurde. Auch hierbei waren Organisation, Planung und Teamarbeit gefragt. Diese praktischen Projekte haben mir besonders gut gefallen, da sie einen direkten Bezug zur beruflichen Praxis herstellen.
Die Ausstattung der University of Split – insbesondere am Department of Professional Studies – ist sehr gut und mit der Ausstattung an der RH vergleichbar. Neben klassischen Vorlesungsräumen stehen auch Computerräume zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt die Universität über eine große Bibliothek sowie mehrere Mensen, die auf verschiedene Campusbereiche verteilt sind. Besonders beliebt ist das „Restaurant Campus“ am Campus der Faculty of Economics, Business and Tourism. Auch in der Innenstadt gibt es mit dem „Index“ eine weitere Mensa, die von vielen Studierenden genutzt wird.
Unterkunft und Organisation vor Ort
Nachdem alle organisatorischen Punkte geklärt waren, begann die Suche nach einer Unterkunft. Glücklicherweise konnte ich als Untermieter in der Wohnung eines Bekannten wohnen, sodass sich die Wohnungssuche für mich relativ unkompliziert gestaltete. Viele andere Studierende fanden ihre Wohnungen über Facebook-Gruppen oder über WhatsApp-Gruppen, zu denen die Universität Zugang bereitstellt. Auch Magdalena Kalinic (ESN president) unterstützte viele Studierende bei der Wohnungssuche. Das ESN-Team Split dabei sehr engagiert. Bereits in der ersten
Woche nach dem Welcome Day wurden verschiedene Aktivitäten organisiert, bei denen sich die Studierenden besser kennenlernen konnten. Während des gesamten Semesters wurden regelmäßig weitere Veranstaltungen, Ausflüge und Reisen für die Erasmus-Studierenden geplant. Ein sehr schönes Event zum Abschluss des Semesters war die Erasmus-Gala, welche durch das ESN-Team Split geplant und organisiert wurde. Da kurz nach der Gala einige Studierende
bereits abgereist sind, war es das letzte Event mit allen Erasmus-Studierenden.
Freizeit, Reisen und Leben in Split
Sehr schnell entwickelte sich eine größere Freundesgruppe, mit der ich während meines Aufenthalts viele Aktivitäten und Reisen unternommen habe. Innerhalb Kroatiens lassen sich viele Städte gut mit dem Bus oder mit Mietautos erreichen. Ein besonderes Highlight war ein gemeinsam organisierter Wochenendtrip nach Zagreb, bei dem wir mit etwa 30 Studierenden gemeinsam reisten. Außerdem besuchten wir unter anderem Dubrovnik, sowie Mostar in Bosnien und Hercegovina. Auch Split selbst bietet zahlreiche kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Besonders
beeindruckend ist der Dioklietianpalast in der Altstadt mit seinen historischen Kelleranlagen. Während meines Aufenthalts fand außerdem die sogenannte „Museumsnacht“ statt, bei der zahlreiche Museen kostenlos besucht werden konnten – eine sehr schöne Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren. Die Riva als Promenade ist natürlich das erste Highlight was man in Split besichtigen muss. Auch kann ich für Interessierte ein Besuch ins Theater in Split sehr empfehlen. Für Tierliebhaber oder auch für diese, die eine gute Tat erbringen wollen, kann ich euch die Organisation „Besiee Split“ ans Herz legen. Durch diese Organisation waren meine Freunde und ich mit Hunden aus dem Tierheim spazieren und haben den Hunden auch eine schöne Zeit außerhalb des Tierheims bereitet.
Ein Großteil meiner Freizeit verbrachte ich mit Freunden im Freien. Wir gingen häufig an den Strand, trafen uns in Cafés oder unternahmen Ausflüge in die Natur. Besonders beliebt ist der Marjan, ein bewaldeter Hügel mit einem wunderschönen Blick über die Stadt Split. Die Lebensqualität in Split empfand ich insgesamt als sehr hoch. Die Cafékultur, die Natur sowie das entspannte Lebensgefühl bieten einen guten Ausgleich zum Studium und zur Arbeit. Während meines Aufenthalts arbeitete ich zusätzlich weiterhin 20 Stunden pro Woche im Homeoffice. Während mir diese Kombination aus Studium und Arbeit in Deutschland als sehr anstrengend erschien, fiel mir dies in Split durch die Work-Life-Balance deutlich leichter. Diese Erfahrung hat mir verdeutlicht dass Split eine sehr attraktive Stadt zum Leben und zeitgleich zum Arbeiten ist. Durch Erasmus+ ist mir bewusst geworden, dass auch ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass mein privater wie auch beruflicher Weg mich zukünftig nach Split führen wird.
Kosten
Die Kosten sind natürlich sehr individuell und können je nach Student und persönlichen Erwartungen während des Auslandsaufenthaltes variieren. Die monatliche Miete konnte ich durch das Erasmus-Stipendium finanzieren. Weitere Lebenshaltungskosten habe ich durch meine Werkstudierendentätigkeit sehr gut gedeckt bekommen.
Tipps für zukünftige Erasmus-Studierende
Zukünftigen Erasmus-Studierenden würde ich empfehlen, möglichst früh mit der Planung zu beginnen, insbesondere bei der Erstellung des Learning Agreements sowie bei der Wohnungssuche. Außerdem lohnt es sich sehr, aktiv an den Veranstaltungen und Aktivitäten der Universität teilzunehmen. Besonders der Welcome Day sowie die Veranstaltungen des ESN-Teams bieten eine hervorragende Möglichkeit, schnell neue Kontakte zu knüpfen. Hilfreich ist es außerdem, den Erasmus- und WhatsApp-Gruppen beizutreten und den Social-Media-Kanälen der University of Split, studentski centar Split, sowie ESN Split zu folgen, da dort regelmäßig Informationen zu Veranstaltungen und Aktivitäten geteilt werden.
Nach meines Auslandssemesters erhielt ich vom International Office eine Checkliste mit den noch einzureichenden Unterlagen, um die letzte Rate des Erasmus-Stipendiums zu erhalten. Dazu gehören unter anderem das Transcript of Records zur Anerkennung der belegten Kurse sowie der Erfahrungsbericht.
Rückblickend war mein Auslandssemester in Split eine der schönsten und prägendsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens. Neben vielen fachlichen Erfahrungen konnte ich insbesondere meine interkulturellen Kompetenzen erweitern, neue Perspektiven kennenlernen und Freundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt schließen. Freunde werden hier zur Familie. Das Studium an der University of Split ist sehr praxisorientiert und bietet viele Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zur Wirtschaft aufzubauen. Gleichzeitig bietet die Stadt Split eine hohe Lebensqualität sowie zahlreiche Freizeit- und Reisemöglichkeiten.
Ich kann ein Auslandssemester an der University of Split daher jedem Studierenden nur wärmstens empfehlen. Die Erfahrungen, die man während eines solchen Aufenthalts sammelt, sind sowohl persönlich als auch beruflich äußerst wertvoll und bleiben ein Leben lang in Erinnerung.
Von Anja