„Ich habe die Atmosphäre sehr genossen –morgens ein Cappuccino in der Sonne, abends ein Spaziergang durch die Altstadt oder der Besuch eines kleinen Konzerts. Diese Leichtigkeit des Lebens war inspirierend.“
Für mein viertes und letztes Mastersemester im Studiengang Technical Management an der Rheinischen Hochschule Köln stand für mich früh fest, dass ich ein zweites Auslandssemester absolvieren möchte. Nach einem ersten Aufenthalt in Istanbul sollte es diesmal Italien sein – ein Land, das mich kulturell, landschaftlich und kulinarisch schon während früherer Urlaube begeistert hat. Die Entscheidung für Florenz fiel schließlich nicht nur wegen der kulturellen Strahlkraft der Stadt, sondern auch, weil ein guter Freund und Kommilitone ebenfalls dorthin wollte. Wir planten den Aufenthalt
gemeinsam und entschieden uns für die Università degli Studi di Firenze, mit der bereits ein Erasmus-Austausch bestand. Die Bewerbung verlief unkompliziert. Ich hatte mehrere Partneruniversitäten zur Auswahl, aber Florenz war schnell mein Favorit. Einen vorbereitenden Sprachkurs habe ich nicht besucht, da ich meine beiden Kurse – Behavioral Economics und Business English – auf Englisch belegt habe. Italienischkenntnisse hatte ich zu Beginn keine, was aber im universitären Kontext kein Hindernis darstellte. Die Planung startete bereits zu Beginn meines Masterstudiums, also gut ein Jahr im Voraus.
Studium
In Florenz belegte ich zwei Kurse, die mich persönlich interessierten und inhaltlich gut zu meiner Masterarbeit passten. Da ich keine offenen Module mehr hatte, habe ich bewusst auf eine spätere Anerkennung verzichtet. Beide Kurse wurden auf Englisch unterrichtet, die Dozierenden waren sehr engagiert, das Lehrniveau angemessen und gut strukturiert. Insgesamt war der Austausch mit den Professor:innen und Kommiliton:innen angenehm und offen. Der Campus selbst war gut ausgestattet, wenn auch recht weitläufig verteilt. Besonders gefallen hat mir die lockere und freundliche Atmosphäre an der Universität.
Unterkunft
Gemeinsam mit meinem Kommilitonen habe ich in einer Wohnung gewohnt, die wir über Bekannte organisieren konnten. Die Wohnung lag zentral, sodass wir das städtische Leben voll auskosten konnten. Die Miete war mit rund 600 Euro für ein WG- Zimmer zwar nicht günstig, aber für Florenz leider typisch – vor allem im Erasmus-Kontext.
Alltag und Integration
Das Leben in Florenz war geprägt von Gelassenheit, Genuss und kulturellem Flair. Die Stadt ist stark international geprägt – viele Studierende aus ganz Europa, aber auch aus den USA, prägen das Straßenbild. Man findet schnell Anschluss, etwa über Erasmus- Veranstaltungen oder Studierendengruppen. Ich habe die Atmosphäre sehr genossen –morgens ein Cappuccino in der Sonne, abends ein Spaziergang durch die Altstadt oder
der Besuch eines kleinen Konzerts. Diese Leichtigkeit des Lebens war inspirierend und eine willkommene Abwechslung zum oft durchgetakteten Ingenieursalltag inDeutschland.
Kosten
Die Lebenshaltungskosten in Florenz sind deutlich höher als in Köln. Neben der Miete
fielen monatlich etwa 700 Euro für Essen, Freizeit und sonstige Ausgaben an. Das liegt
unter anderem an der touristischen Prägung der Stadt – viele Preise orientieren sich an
einem internationalen Publikum. Wer viele Erasmus-Aktivitäten mitnimmt oder Ausflüge
in die Umgebung macht (was ich sehr empfehle!), sollte entsprechend mehr einplanen.
Mein Auslandssemester hat mich besonders persönlich weiterentwickelt, und ich bin sehr froh, mich für Bali entschieden zu haben. Dadurch konnte ich die indonesische Kultur, die Menschen und die Natur vollständig kennenlernen. Die Kultur ist schlichtweg eine komplett andere als in Deutschland.