„Zum ersten Mal war ich vollständig auf mich allein gestellt und habe in einem weit entfernten Land gelebt und studiert. Diese Erfahrung hat mich sowohl persönlich als auch akademisch stark geprägt.“
Im Rahmen meines Masterstudiums habe ich ein Auslandssemester an der Warmadewa University in Denpasar auf Bali absolviert. Die Entscheidung für diese Hochschule fiel mir nach intensiver Recherche relativ leicht. Über die Plattform Asia Exchange bin ich auf die Universität aufmerksam geworden. Besonders überzeugt haben mich die angebotenen Module, die sehr gut zu meinen bisherigen Studieninhalten in Deutschland, insbesondere im Bereich Digital Strategy und Service Marketing, gepasst haben. Zusätzlich waren die Bewertungen der Universität durchweg positiv, was meine Entscheidung weiter gestärkt hat.
Zur Vorbereitung habe ich mich umfassend im Internet informiert, unter anderem durch Erfahrungsberichte anderer Studierender sowie durch eigene Recherchen. Der Bewerbungsprozess für das PROMOS-Stipendium war insgesamt gut strukturiert. Es wurden klare Checklisten bereitgestellt, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden konnten. Ein großer Teil der Organisation lief über Asia Exchange, mit denen der Austausch sehr unkompliziert über Email verlief. Dokumente wurden schnell bearbeitet und zurückgeschickt, was den gesamten Prozess deutlich erleichtert hat. Zusätzlich wurden vorbereitende Online-Seminare angeboten, in denen wichtige Informationen zum Ablauf des Aufenthalts vermittelt wurden und ein genereller Überblick über den Auslandsaufenthalt gegeben wurden.
Meine persönliche Vorbereitung bestand vor allem darin, diese Checklisten sorgfältig durchzugehen, an einem der Seminare teilzunehmen und mich mit Freunden auszutauschen, die bereits ein Auslandssemester absolviert hatten. Ein besonders wichtiger Punkt war die Unterkunftssuche. Mir wurde empfohlen, diese nicht bereits aus Deutschland langfristig zu buchen. Deshalb habe ich zunächst nur eine Unterkunft für zwei Wochen organisiert. Vor Ort habe ich dann verschiedene Airbnbs besichtigt und direkt mit den Vermietern gesprochen. Dabei konnte ich feststellen, dass sich durch persönliche Gespräche häufig deutlich bessere Preise erzielen lassen. Diese Flexibilität hat sich für mich definitiv ausgezahlt.
Der Auslandsaufenthalt selbst war eine sehr prägende Erfahrung. Bereits am ersten Tag wurde ein Kennenlern-Event organisiert, bei dem man die anderen internationalen Studierenden treffen konnte. Die Universität hat großen Wert darauf gelegt, die balinesische Kultur aktiv in das Studium zu integrieren, was ich als besonders bereichernd empfunden habe. Der Unterricht fand überwiegend gemeinsam mit anderen internationalen Studierenden statt, während man in der Cafeteria auch mit lokalen Studierenden in Kontakt kam. Diese waren durchweg sehr offen und freundlich. Die Organisation an der Universität war insgesamt gut, auch wenn sie sich teilweise von deutschen Strukturen unterschied. Besonders positiv hervorzuheben ist die Kommunikation: Über WhatsApp-Gruppen konnten Informationen schnell weitergegeben werden und auch die Dozierenden waren jederzeit erreichbar und sehr
hilfsbereit.
Inhaltlich konnte ich viele neue Kompetenzen erwerben und bestehendes Wissen vertiefen. Alle Module wurden auf Englisch unterrichtet, wodurch ich meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern konnte. Zusätzlich habe ich Indonesisch gelernt, was mir im Alltag sehr geholfen hat. Besonders im Kontakt mit Einheimischen war dies ein großer Vorteil, da diese sich sehr darüber gefreut haben. Ein weiteres Highlight waren die wöchentlichen Exkursionen, bei denen ich die balinesische Kultur intensiv kennenlernen konnte, beispielsweise durch Tanzkurse, Kochkurse oder Besuche in traditionellen Dörfern. Diese praktischen Erfahrungen haben das Studium deutlich bereichert.
Zu den einzelnen Fächern lässt sich sagen, dass der Stundenplan insgesamt sehr angenehm aufgebaut war. Zwischen den Vorlesungen gab es immer wieder Pausen, sodass der Tag gut strukturiert und nicht zu stressig war. Zur Veranschaulichung habe ich auch einen beispielhaften Stundenplan in die Bilder eingefügt, damit man sich besser
vorstellen kann, wie ein typischer Uni-Tag vor Ort aufgebaut war.In den Kursen haben wir außerdem relativ häufig Präsentationen gehalten. Das war besonders interessant, da man oft vor einer größeren Gruppe auf Englisch über verschiedene, teilweise ganz neue Themen sprechen musste. Gerade das Präsentieren in einer Fremdsprache vor vielen Menschen war für mich eine neue Erfahrung, die mich persönlich sehr weitergebracht hat und definitiv eine wertvolle Erfahrung war.
Die Mobilität auf Bali unterscheidet sich stark von Deutschland, da es kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt. Die meisten Studierenden nutzen Roller oder greifen auf Apps wie Grab zurück. Grab ist dabei vergleichbar mit Uber in Europa und kann ganz einfach als App auf dem Smartphone heruntergeladen werden. Über die App kann man Fahrten buchen, entweder mit dem Auto oder als Rollertaxi. Die Bezahlung ist sowohl bar als auch über eine hinterlegte Kreditkarte möglich, und die Fahrten sind in der Regel sehr schnell verfügbar und vergleichsweise günstig. Zusätzlich hat die Universität selbst auch einen Rollerverleih angeboten, den man direkt über die Uni organisieren konnte. Für Studierende, die sich beim Rollerfahren unsicher waren, wurden außerdem Fahrstunden angeboten, was besonders am Anfang sehr hilfreich war. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, vor Ort einen indonesischen Führerschein zu machen. Das kann ich definitiv empfehlen, vor allem wenn man plant, länger in Indonesien oder generell in Südostasien zu reisen. Die Kosten liegen bei etwa 100 Euro und es kann viele Probleme vermeiden, da der internationale Führerschein aus Deutschland in vielen asiatischen Ländern nicht immer anerkannt wird. Ich selbst bin während meines Aufenthalts ebenfalls Roller gefahren, was auf Bali eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel ist. Zum Glück ist bei mir immer alles gut gegangen, allerdings hatten einige Freunde von mir Unfälle, weshalb man das Fahren auf keinen Fall unterschätzen sollte. Es ist sehr wichtig, immer vorsichtig zu fahren und vor allem stets einen Helm zu tragen. Meinen Roller habe ich persönlich nicht über die Universität gemietet, da mich die Qualität dort nicht vollständig überzeugt hat. Stattdessen habe ich mir einen Roller extern über meine Unterkunft organisiert, womit ich sehr zufrieden war. Dort zahlt man je nach Modell von 50-75€ im Monat, sofern man den Roller über einen
längeren Zeitraum mietet.
Auch die Lebenshaltungskosten sind insgesamt deutlich niedriger als in Deutschland, wobei dies stark vom individuellen Lebensstil abhängt. Eine Unterkunft kann zwischen 200 und 600 Euro im Monat kosten. Beim Essen gibt es große Unterschiede: In lokalen Warungs kann man sehr günstig essen, während westliche Restaurants etwas teurer sind, aber immer noch unter deutschem Niveau liegen. Ich habe durchschnittlich etwa 150 bis 200 Euro im Monat für Essen ausgegeben. Auffällig war, dass selbst kochen teilweise teurer ist als auswärts essen, da viele importierte Lebensmittel hohe Preise haben.
Besonders hervorheben möchte ich meine persönliche Weiterentwicklung während dieses Auslandssemesters. Zum ersten Mal war ich vollständig auf mich allein gestellt und habe in einem weit entfernten Land gelebt und studiert. Diese Erfahrung hat mich sowohl persönlich als auch akademisch stark geprägt. Der Alltag in einer neuen Umgebung sowie der Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen haben meinen Horizont deutlich erweitert und meine Selbstständigkeit gestärkt. Ich habe gelernt, mich schnell an neue Situationen anzupassen, eigenständig Entscheidungen zu treffen und offener auf andere Menschen zuzugehen. Gleichzeitig war es sehr interessant zu sehen, wie ein Studium in einem anderen Land organisiert ist und welche Unterschiede es im Vergleich zu Deutschland
gibt.
Insgesamt kann ich jedem ein Auslandssemester nur empfehlen, da es eine einzigartige Möglichkeit ist, sich persönlich weiterzuentwickeln, neue Perspektiven zu gewinnen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Die Förderung durch das PROMOS-Stipendium war dabei eine enorme Unterstützung. Sie hat mir den Aufenthalt deutlich erleichtert und viele organisatorische sowie finanzielle Hürden reduziert. Dafür bin ich sehr dankbar.
Zusammenfassend war mein Auslandssemester auf Bali eine der wertvollsten Erfahrungen meines Studiums und wird mich sowohl persönlich als auch beruflich nachhaltig prägen.
Von Cevza